1. Einleitung
1.1. Vorwort
Die vorliegende Arbeit entstand in der Zeit von Mai 1995 bis April 1996 in der Kli-
nischen Forschergruppe "Respiratorische Insuffizienz" unter der Betreuung von Herrn Prof. Dr.
Seeger und Herrn Prof. Dr. Dr. Grimminger. Die Untersuchungen befaßten sich mit dem Einfluß
zweier verschiedener freier Fettsäuren auf die Immunantwort polymorphkerniger neutrophiler
Granulozyten (PMN) an einem Koinkubationsmodell von PMN und Endothelzellen. Hintergrund
ist die Notwendigkeit der parenteralen Ernährung von Patienten mit schweren inflammatorischen
Lungenerkrankungen (v.a. ARDS und Sepsis) mit Lipiden und deren Einfluß auf die
inflammatorische Kapazität der PMN in der Lungenstrombahn.
1.2. PMN in der Lungenstrombahn
In der kapillären Strombahn der Lunge befindet sich ein großer Pool von polymorph-
kernigen neutrophilen Granulozyten (PMN), der in ständigem Austausch mit der systemischen
Zirkulation steht. Dieser Pool kann sich auf zahlreiche Reize hin innerhalb kürzester Zeit noch
um ein Vielfaches vergrößern (
). PMN und Gefäßendothelzellen (EC) treten dabei in engen
Kontakt miteinander, da der Fluß durch die Kapillaren der Endstrombahn für die PMN mit einer
Verformung des Zellskeletts verbunden ist - ihr durchschnittlicher Durchmesser ist größer als der
der Kapillaren. So kommt es zu einer Verlangsamung der Flußgeschwindigkeit der PMN, dem
sogenannten "Sticking".
Werden PMN oder EC stimuliert - dies geschieht z.B. durch bakterielle Toxine oder
durch die Freisetzung von Chemotaxinen aus Monozyten oder Granulozyten - so kommt es zur
Exprimation korrespondierender Adhäsionsmoleküle auf den Zelloberflächen von PMN und EC.
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